BAUERN WIE WIR

13. März 2015

 

Vertreibt Geister und gönnt sich einen Zukunftstrank Es gibt Orte, an denen geht gar nichts. Egal, was einer dort unternimmt, es ist zum Scheitern verdammt. So ging es lange in der Grunewaldstraße 10 zu, eigentlich keiner ganz miesen Schöneberger Lage. Vielleicht steckten da irgendwo noch arme Seelen fest, die unerlöst den Wirten das Handwerk legten. Jetzt hat ein sanftes koreanisches Team den Laden übernommen, das sich auf harmonisierende Raumeinrichtung und Essensdarreichung ver­steht.

 

Der rich­ti­ge Na­me spielt na­tür­lich auch ei­ne Rol­le: Wa­wa heißt auf Deutsch „Komm, komm“, was auch ge­nau­so ver­stan­den wird. Zum wun­der­ba­ren Bi­bim­bab („Reis um­rüh­ren“) oder Bul­go­gi („Feu­er­fleisch“) gibt’s Tee, ein Glas aus dem An­ge­bot des „Wein­zim­mers“gleich ne­ben­an oder auch Mak­kol­li aus dem Ton­schäl­chen. Als Reis­wein wird das mil­chi­ge Ge­bräu ge­reicht, doch das führt in die Ir­re. Die­se ur­al­te ko­rea­ni­sche Bau­ern­stär­kung aus fer­men­tier­tem Reis gleicht ei­nem Ale: zart bit­zelnd, zwi­schen Sü­ße und Säu­re ba­lan­cie­rend, be­le­bend und Kim­chi bän­di­gend.

 

Noch bis vor we­ni­gen Jah­ren war Mak­kol­li ein Groß­el­tern­ge­tränk oh­ne Zu­kunft, jetzt wol­len es so­gar die Hips­ter von To­kio. In schrill be­druck­ten Plas­tik­fla­schen wür­den es die lei­sen Ser­vie­rer im Wa­wa nie­mals auf­tra­gen, hier rinnt Mak­kol­li aus der Ke­ra­mik­kan­ne. Ei­ne Oa­se.

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